Der Weihnachtswunsch

Es würde nicht mehr lange dauern, dann war es soweit! Endlich Weihnachten! Sarah war schon ganz hibbelig und konnte es kaum noch erwarten. Schon Wochen vor dem großen Tag machte sie die ganze Familie verrückt, in dem sie allen beim Abendessen mit leuchtenden Augen immer wieder erzählte, was sie sich vom Weihnachtsmann wünschte und ihre Wünsche stießen nicht bei allen auf Zustimmung. Abgesehen davon, dass ihr großer Bruder Thomas immer wieder ätzende Kommentare abließ, um ihren Glauben an den Weihnachtsmann zu erschüttern, war ihre Mutter höchst skeptisch, ob ein kleiner Schmiedehammer und ein Amboss das richtige für ein junges Mädchen war. Ihre Mutter liebte sie, das wusste Sarah, aber der Traum einst in die Fußstapfen des Vaters zu treten und Dorfschmiedin zu werden, bereitete ihr große Sorgen. Die Mutter wollte eigentlich, dass ihre Tochter – ebenso wie sie – Dienstmädchen im Herrenhaus des Earls oben auf dem Hügel wurde und dort hoffentlich eine gute Partie fand. Die Mutter hoffte, dass das Kind seine närrischen Ideen einst aufgeben würde wenn sie erst in die Schule kam.

Sarahs Vater kommentierte die Träumereien seiner Tochter nicht weiter, ohnehin sprach er nicht viel mit ihr oder ihrem Bruder. Er war ein wortkarger Mann, der hart arbeitete um seine Familie zu ernähren und keine Zeit für die Träumereien seiner Kinder hatte. Er war nicht immer so gewesen. Der alte Mac Dougall der vor ihrem Vater der Schmied war und jetzt immer mal aushalf, wenn seine morschen Knochen es zuließen, hatte ihr einmal erzählt, dass der Krieg ihn verändert habe. Sie wusste nicht genau was Krieg war, nur dass es wohl ziemlich schrecklich gewesen sein muss und das ihr Vater ein Held war. Auch was ein Held war, wusste Sarah nicht so genau, aber das war wohl ein sehr mutiger Mensch, der viele andere gerettet hatte. Jedenfalls habe der Krieg aus einem lebenslustigen jungen Mann einen sehr ernsten beinah humorlosen Menschen gemacht. Man sah ihn nie lachen, wenn überhaupt blitzte manchmal ein Funke in seinen kleinen faltenumrahmten schwarzen Augen auf, wenn etwas lustiges passierte. Genau wie bei den Kohlen in der Esse.

So saß er also am Küchentisch, während Sarah darüber fantasierte, wie sie dereinst das schöne Gittertor des Earls reparieren würde und jeden Tag beim Beschlagen zur Beruhigung mit den wunderbaren Pferden der Bauern und vom Herrenhaus sprechen würde, wie ihr Vater es tat. Währenddessen bildete sich eine tiefe Falte auf der Stirn des Vaters und sein buschiger schwarzer Schnauzbart legte sich schief über den unsichtbaren Mund. Er sagte jedoch nichts und auch wenn seine Frau ihn ansprach brummte er einsilbig, den Blick nachdenklich auf seine kleine Tochter gerichtet. Nach dem Essen verschwand er wieder wortlos in der Schmiede auf der anderen Straßenseite um das Schmiedefeuer für die Nacht vorzubereiten. Dort stand er lange im roten Schein der Kohlen und blickte nachdenklich auf das spärlich beleuchtete Küchenfenster des kleinen Häuschens, dass er mit seiner Familie bewohnte. Erst als das Licht in der Küche erlosch ging er wieder rüber und leise schlafen.

Währenddessen ging Sarah ins Bett in der kleinen Mansarde unter dem Dach und sah durch das winzige Fenster ihren Vater dort stehen. Regungslos stand er neben der Esse und das kleine Mädchen betete: „Lieber Gott, mach dass mein Papa wieder lachen kann und zeig ihm, wie lieb ich ihn habe. Und bitte sag dem Weihnachtsmann, dass ich mir einen Schmiedehammer und einen Amboss wünsche, damit ich meinem Papa immer bei seiner schweren Arbeit helfen kann.“ Sie hörte ein seltsames Geräusch und glaubte kurz ihre Mutter auf der Leiter, die aus der Küche zu Sarah Bett hinaufführte schluchzen zu hören.

Am nächsten Morgen war es klirrend kalt geworden. Der Raureif bedeckte das Dorf und nur ein paar Fußabdrücke und Spuren von ein paar Pferdefuhrwerken durchschnitten den grausilbernen Schleier, der über allem zu liegen schien. Sarah wachte auf und kratzte das Eis von der kleinen Butzenscheibe. Neben der Esse stand ihr Vater und verhandelte mit dem Bauern Millany. Vermutlich ging es um den riesigen Ackergaul der an dem Balken angebunden war, der das baufällige Dach stützte, das die Esse mehr schlecht als recht vor dem unberechenbaren Wetter aus dem grauen Himmel Yorkshires schützen sollte. Direkt hinter der Schmiede begannen die Felder, eingegrenzt von kleinen unregelmäßigen Mauern aus Feldsteinen, die die Landschaft um das kleine Dorf herum wie eine graugrüne Patchworkdecke wirken ließen. Dazwischen standen immer wieder kleine gedrungene und windschiefe Häuschen aus denselben Steinen mit bemoosten Schindeln gedeckt. Der alte Mac Dougall  hatte ihr einmal erzählt, dass die Häuser in Stein verwandelte Riesenschnecken seien und die Feldmauern ihre Schleimspuren. Sie glaubte ihm kein Wort, aber die Vorstellung wie die kleinen Häuschen über die Felder krochen, brachte sie immer zum Lachen.

Sie sprang aus dem Bett, versuchte mit ihren kleinen Füßen den kalten Boden so wenig wie möglich zu berühren und zog sich eilig an. Dann flitzte sie die Leiter hinunter und rannte durch die Küche aus der Haustür über die Straße. Ihre Mutter rief ihr etwas von „Ohren waschen“ hinterher, aber Sarah tat so als habe sie sie nicht gehört und rannte über den holprigen Weg zur Schmiede.

„Hallo Millany!“ begrüßte sie den Bauern und kletterte wie immer auf die Werkbank neben der Esse. Auch wenn die Schmiede an zwei Seiten offen war, dies war doch der wärmste Platz im Dorf, wenn nicht gar auf der ganzen Welt. Sarah genoss den Geruch der glosenden Kohlen und die Wärme und das rötliche Licht, das sie abstrahlten.

„Komm schon Tom!“ sagte Millany ein wenig flehend nachdem er Sarahs Gruß freundlich erwidert hatte. „Komm mir etwas entgegen, du weißt die Zeiten sind hart.“

Sogar Sarah wusste schon, dass Millany geiziger war als ein schottischer Bettler und immer wieder versuchte den Preis zu drücken.

„Geh doch zu Brandon in Rother Valley und lass Paxton da beschlagen, aber beschwer dich nicht wenn das Eisen nach einer Woche abfällt.“ brummte ihr Vater unter seinem Schnurrbart hervor, während er trotzig seinen Bauch mit der Lederschürze vorschob und die kräftigen kurzen Arme verschränkten. Sarah war immer fasziniert davon, wie sich die dichten schwarzen Haare auf seinen Unterarmen von der Hitze des Schmiedefeuers kräuselten, während sie am Oberarm glatt anlagen.

„Du weißt genau, dass du das nächste Eisen umsonst bekommst, wenn meines keinen Monat durchhält.“ Sarah bemühte sich nicht laut los zu kichern. Millany gab sich geschlagen, denn gegen das Argument kam niemand an. Ihr Vater war im Verhandeln, so zäh wie das Leder seiner Schmiedeschürze. Die beiden schlugen ein und Millany zog von dannen, während ihr Vater sich an die Arbeit machte. Sarah holte derweil eine verbeulte Blechkanne aus dem Werkzeugverschlag und füllte sie mit Wasser um sie neben die Esse zu stellen. Das Wasser kochte nach ein paar Minuten und sie brühte ihrem Vater einen Tee. Als der stämmige Schmied das Feuer angeheizt hatte und die Eisen im Feuer lagen, war der Tee fertig und dankbar nahm er den Becher entgegen, während er sie nachdenklich ansah.

„Woher wusstest du, dass ich ausgerechnet jetzt einen Tee wollte?“ brummte der Bass ihres Vaters nachdenklich.

„Normalerweise machst du dir immer selber einen, wenn du das Feuer anheizt, aber diesmal hast du das wohl vergessen, wegen des geizigen Millany. Da dachte ich, ich helfe dir ein bisschen.“ piepste Sarah fröhlich.

„Hmpf!“ entgegnete Tom und machte sich an die Arbeit. Sie beobachtete wie er kräftig aber gefühlvoll auf das glühende Eisen einhämmerte und es in Form brachte. Aber irgendwie schien er heute nicht so richtig bei der Sache zu sein und Sarah warf ein: „Das Eisen scheint schon zu kalt zu sein. Das Rot ist viel zu Dunkel.“
Ihr Vater sah auf und seine Augen umwölkten sich. Dann fuhr er sie an: „Was weiß denn ein kleines Mädchen schon von der Temperatur von Eisen oder dem Schmiedehandwerk?! Das ist nichts für kleine Mädchen! Ab ins Haus!“
Sarah Gesicht wurde schlagartig heißer als es das Schmiedefeuer je vermocht hätte und mühsam ihre wütenden Tränen unterdrückend rannte sie zurück über die Straße.
In der Küche ließ sie sich auf die Bank am Ofen fallen und die Tränen aus sich herausströmen. Sie war sich sicher, dass sie recht hatte! Warum war ihr Vater so gemein zu ihr gewesen?! Sie hatte ihm doch nur helfen wollen, weil er von irgendwas abgelenkt war und sonst den teuren Rohling ruiniert hätte.

Ihre Mutter kam mit einem Korb Wintergemüse herein, aber statt sie zu trösten, wurde sie zum Kartoffelschälen verdonnert und vergaß über die eintönige Arbeit ihren Groll. Abends beim Essen verlor sie allerdings kein Wort mehr über ihren Weihnachtswunsch und sprach entgegen ihrer Gewohnheit auch sonst nicht viel. Nur ihre Mutter schien ausgesprochen heiterer Stimmung zu sein.

„Ich habe eine Überraschung für dich, Sarah.“ sagte ihre Mutter mit vor Aufregung geröteten Wangen.

„Ja? Was denn?“ maulte das kleine Mädchen missmutig.

„Du darfst morgen mit ins Herrenhaus kommen und da lernst du den Earl of Durham kennen. Und wenn du dich gut benimmst und einen guten Eindruck hinterlässt, kannst du dort mit den Kindern der anderen Diener zur Schule gehen und in der Küche helfen um etwas Geld für die Familie zu verdienen. Wie findest du das?“

Dem Gesicht ihrer Mutter konnte Sarah ansehen, dass sie eine begeisterte Antwort erwartete, aber sie könnte sich nicht dazu durchringen.

„Na wart’s nur ab! Das wird dir bestimmt gefallen und du lernst mal andere Kinder kennen und nicht nur ungebildete dickschädelige Bauern, wie in der Schmiede deines Vaters…“ plapperte ihre Mutter. Aber Sarah hatte längst abgeschaltet und grübelte immer noch über den Vorfall am Vormittag nach. Sie liebte ihren Vater so sehr und es wollte ihr einfach nicht in den Kopf warum er so gemein zu ihr gewesen war. Und jetzt sollte sie nicht mehr in der Schmiede helfen dürfen? Wollte ihr Vater sie nicht mehr um sich haben? Was hatte sie nur falsch gemacht?! Die Nacht über schlief sie kaum und zerbrach sich die ganze Zeit den Kopf, bis sie schließlich erschöpft einschlief.

Als ihre Mutter sie in aller Frühe weckte fühlte sie sich total zerschlagen und war unglaublich müde. Ihr war abwechselnd heiß und kalt und teilnahmslos ließ sie sich von ihrer Mutter die Zöpfe flechten und das Kirchenkleid überstreifen, während diese aufgeregt von allen möglichen wichtigen Personen plapperte, die Sarah heute treffen würde. Bleiern vor Müdigkeit trottete sie an der Hand ihrer Mutter durch das Dorf und den Hügel zum Herrenhaus hinauf. Zum ersten Mal ging sie durch das wunderschön geschwungene Tor, das ihr Vater letztes Jahr geschmiedet hatte, während Sarah ihm fasziniert zugesehen hatte. Jeden Hammerschlag hatte sie verfolgt, gefesselt davon wie ihr Vater in der Lage war einem so harten und schweren Ding wie Eisen beinah jegliche Form geben zu können. Im Gegensatz zu den plumpen Pflugscharen und den einfachen Hufeisen und Scheunenriegeln, die er sonst schmiedete, besaß das Tor einen eleganten Schwung und eine Leichtigkeit, die dem Material zu trotzen schien. Das Wappen der Durhams war in der Mitte eingearbeitet, aber wo es sonst schwer und starr daher kam, schienen Adler und Löwe von Leben erfüllt, wie sie da vergoldet die Krone hielten. Sarah kam es immer so vor, als würde der Löwe im nächsten Moment elegant los laufen, wie die Katzen der Bauern und der Adler sich in die Luft erheben, so lebendig wirkten beide. Sowas wollte Sarah auch machen, Tieren aus Eisen Leben einhauchen.

Der Tag nahm kein Ende. Sie wurde einem Dutzend Leute vorgestellt, die alle sehr fein gekleidet waren und furchtbar wichtige Namen zu haben schienen. Sie vergaß immer wieder vor wem sie einen Knicks machen und wem die Hand geben musste. Sie wurde durch das Herrenhaus geführt und war völlig erschlagen von den riesigen Räumen. Ihr Kopf hämmerte und alle Eindrücke rauschten an ihr vorbei. Da war ein Saal so groß wie eine Scheune und der wurde nur zum Tanzen benutzt. Sie musste da etwas falsch verstanden haben. Das ergab überhaupt keinen Sinn! Ihre Mutter redete mit allen möglichen Leuten über Dinge die Sarah nicht verstand und in ihrem Kopf rauschte und hämmerte es immer mehr. Die riesige Küche, in der sie grade standen, begann sich zu drehen und Sarah hatte das Gefühl zu fallen. Doch danach bekam sie nichts mehr mit. Sie verpasste wie aufgescheuchte Diener sie umsorgten und der Leibarzt des Earl gerufen wurde. Sie wusste nichts davon, dass sie Fieber hatte und kostbares Chinin aus Indien bekam. Auch bekam sie nicht mit wie sie in der komfortablen Kutsche des Earl nach Hause gefahren wurde und neben dem Ofen gebettet wurde. Wie ihre Mutter drei Tage lang betete, dass sich ihr Fieber senken möge. All das ging an ihr vorbei bis sie schließlich am Abend des vierten Tages wach wurde.

Sie fragte sich kurz wie sie in die heimische Küche gekommen war und sah sich um. Als sie ihren Kopf hob rutschte ihr ein kaltes Tuch von der Stirn und sie sah, dass ungewöhnlich viele Kerzen brannten, denn Kerzen waren teuer. Ein Mistelzweig hing über der Tür und der Fensterrahmen neben ihrer Ofenbank war mit Stechpalmen geschmückt, deren rote Beeren im warmen Licht der Kerzen und des Ofens leuchteten. Es konnte doch noch nicht Weihnachten sein oder doch? Es waren doch noch vier Tage bis dahin, oder hatte sie etwa so lange geschlafen? So lange schlief man doch nicht!

Sie setzte sich auf und ihr wurde kurz ein wenig schwindelig.

„Langsam, langsam meine Kleine!“ ertönte eine tiefe raue Stimme vom Fußende ihrer Lagerstatt. Dort saß ein stämmiger kräftiger Mann mit in einem roten Mantel mit weißem Fellbesatz. Auf seinem Kopf saß – etwas schief wie Sarah bemerkte – ein roter Bischofshut, der ebenfalls mit weißem Pelz abgesetzt war. Neben ihm an der Wand lehnte ein einfacher Hirtenstab, das Holz von jahrelanger Benutzung abgeschliffen, schimmerte beinah golden im Schein der flackernden Kerzen. Ein weißer Rauschebart hing bis auf seinen Bauch hinab und über einer Knollnase blitzten von tiefen Falten umrahmt  schwarze kleine Augen, amüsiert angesichts ihres ungläubig aufgerissenen Mundes.

„Der Weihnachtsmann!“ hauchte sie ungläubig.

„Nun ja,“ brummte der alte Mann belustigt, „eigentlich Sankt Nikolaus um genau zu sein. So viel Zeit muss sein!“

„Was machst du denn hier?!“ fragte Sarah.

„Nun ja, ich hörte, dass du sehr krank warst und dem Tode näher als dem Leben mit sehr hohem Fieber. Deine Eltern haben sich furchtbare Sorgen gemacht. Da habe ich beschlossen vorbeizukommen und nach dem Rechten zu sehen. Immerhin ist heute der 25. Dezember und damit Weihnachten“

„Oh! Ich wollte doch niemandem Sorgen machen.“ sagte Sarah. „Woher wusstest du das?“

„Och weißt du, ich habe da so meine Quellen. Zum Beispiel die Gebete kleiner Mädchen und ihrer Mütter…“

„Hmmm, dann weißt du ja was los war die letzten Tage.“

„Ja das weiß ich, und auch dass du sehr unglücklich warst, weil deine Eltern nicht verstanden haben, wie ernst es dir mit deinem Wunsch war.“

„Das stimmt. Irgendwie verstehen sie nie richtig, was ich sage und sind dann böse auf mich, obwohl ich es doch nur gut meine und glücklich sein will.“ Plötzlich schossen ihr wieder die Tränen in die Augen und ehe sie sich’s versah weinte sie bitterlich, obwohl doch Weihnachten war und der heilige Nikolaus höchstpersönlich vor ihr saß. Das gehörte sich bestimmt nicht.

„Schsch, ist schon gut meine Kleine!“ sagte der alte Mann, strich ihr übers Haar und rückte näher heran. Sie vergrub ihren Kopf in seinem Bart und weinte und schluchzte, dass es sie schüttelte. Dabei stieg ihr der Geruch von Kohle und Stahl, von Pferden und verbrannten Haaren in die Nase. Als sie sich ausgeweint hatte, setzte sie sich wieder auf. Und schniefte in ein schmuddeliges Tuch mit Brandlöchern, das der alte Mann ihr anbot. Das Muster erinnerte sie stark an ein altes Hemd ihres Vaters.

„He Moment mal!“ rief sie plötzlich. „Du riechst wie mein Papa und ich könnte schwören, dass sie der Bart angefühlt hat wie der Schweif eines Pferdes! Du bist doch nur verkleidet!“

„Huch, ähm… ich sehe schon du bist schwer hinters Licht zu führen. Ein kluges Kind… Ahem… Hat man mir gesagt…“ stammelte der alte Mann. „Weißt du… äh… ich komme immer in der Gestalt des Menschen, den man am meisten liebt und diese Verkleidung, nun ja… hilft einfach ein bisschen, weil die Kinder erwarten, dass ich so aussehe.“

Sie sah ihn skeptisch an während er nervös seine dicken schwieligen Finger knetete, in der Hoffnung dass sie ihm glauben würde. Schließlich entspannte sie sich und beschloss seine Geschichte zu glauben. Nicht weil sie sie besonders überzeugend fand, sondern weil sie sie glauben wollte. Und auch wenn sie dies nicht laut aussprach, gab es doch ein stillschweigendes Einverständnis zwischen den beiden.

Er lehnt sich wieder zurück und der Stuhl knarrte unter seinem Gewicht. „Soll ich den Bart abnehmen?“ fragte er.

„Nein ist schon in Ordnung.“ entgegnete sie verschmitzt. „Wenn du zu sehr aussiehst wie mein Vater verwirrt mich das nur.“

Seine Augen blitzten wieder amüsiert und sein Körper wackelte, während er glucksend kicherte. „Du bist wirklich so schlau wie alle sagen!“

„Ach ich weiß nicht, ich komme mir manchmal furchtbar dumm vor, weil die Erwachsenen mich nicht verstehen und ich sie nicht.“

„Tja weißt du mein Kind, das ist ganz normal. Als ich ein Kind war ging es mir manchmal genauso. Mein Vater hat mich auch nie verstanden. Und als ich älter wurde, haben wir uns immer weiter auseinander gelebt. Als ich dann zum Militär ging und…“

„Hä? Ich denke du bist ein Heiliger! Die gehen doch nicht zum Militär?!“

„Na ja, ich war ja nicht immer ein Heiliger, das kam erst später… ahem. Also darf ich jetzt weiter erzählen?“ fragte er freundlich aber bestimmt.

„Oh ja, entschuldige bitte!“ sagte Sarah kleinlaut.

„Kein Problem, das kann schon mal passieren. Also wo war ich?“

„Es ging um deinen Vater und das Militär…“ warf sie eifrig ein.

„Ach ja! Ich ging also zum Militär und am Tag meines Abschieds haben wir kein Wort miteinander gesprochen. Ich erlebte dann die furchtbarste Zeit meines Lebens! Ich hatte ständig Angst und verlor viele meiner Freunde im Artillerie… ähm… also damals in diesem Krieg.“ Er stotterte und verfiel am ganzen Körper bebend in Schweigen.

„Ist schon gut!“ sagte Sarah und legte ihre kleine Hand auf seinen starken aber zitternden Arm. „Ich habe auch oft Angst. Ich dachte zwar bis jetzt, dass Erwachsene nie Angst haben, aber da habe ich mich wohl geirrt.“

„Ja auch Erwachsene haben Angst! Oft wegen anderer Dinge als ihr Kinder, aber Angst haben sie. Deshalb treffen sie manchmal Entscheidungen, die dir seltsam erscheinen müssen, aber das tun sie meistens, weil sie sich Sorgen um dich machen und wollen, dass es dir gut geht. Mein Vater hat sich auch furchtbare Sorgen gemacht, aber konnte nicht mit mir darüber sprechen. Und so haben wir uns auseinander gelebt.“

„Aber ich dachte Erwachsene seien mutig und hätten keine Angst!“

„Mut heißt aber nicht, dass du keine Angst hast. Mut heißt Angst zu haben und sich dem zu stellen was man fürchtet!“

Sarah legte den Kopf schief und dachte nach. „Da hast du wohl recht! Wenn ich Angst habe im Dunkeln raus zu gehen und Holz für den Ofen zu holen, dann ist es erst wirklich mutig, wenn ich trotzdem gehe. Wenn ich keine Angst hätte, bräuchte ich ja gar keinen Mut! So habe ich das noch nie gesehen.“

„Du bist nicht nur klug sondern auch weise, meine Kleine.“ Unverhohlener Stolz stand in den Augen des alten Mannes. „Tja und was die seltsamen Entscheidungen der Erwachsenen angeht, wirst du nachher beim Frühstück wohl eine Überraschung erleben.“ Schalk blitzte in seinen Augen und er schien zu lächeln unter dem dichten weißen Bart. Sarah hätte schwören können, dass ein paar schwarze Schnurrbarthaare unter dem weißen Bart hervor lugten. „Oh und ich bin ja auch nicht mit leeren Händen und nur ein paar Ratschlägen gekommen. Du hast dir einen Schmiedehammer und einen Amboss gewünscht. Aber leider bist du wirklich noch etwas zu klein dafür.“ Sie verzog enttäuscht das Gesicht und sah zu Boden. „Hab noch ein bisschen Geduld. Bis dahin habe ich das hier für dich!“

Er reichte ihr ein zusammengefaltetes schmuddeliges Tuch, mit demselben Muster wie das andere. Durch die Brandlöcher schimmerte es silbern und das Päckchen lag sehr schwer in ihrer kleinen Hand. Gespannt hielt sie die Luft an und klappte das Tuch vorsichtig auseinander. Als sie sah, was da vor ihr im Kerzenschein schimmerte traten ihr wieder Tränen in die Augen. Es war eine silberne Halskette mit einem polierten stählernen Anhänger. Ein filigranes Herz umschloss einen Amboss über dem ein Schmiedehammer zu schweben schien. Der alte Mann legte ihr behutsam die Kette um den Hals und das Herz ruhte in beruhigender Schwere auf ihrer Brust.

„Dein Vater hat sich solche Sorgen um dich gemacht, dass er fast verrückt geworden ist. Also hat er jede freie Minute, die er nicht an deinem Bett saß an diesem Stück gearbeitet um nicht den Verstand zu verlieren. Er hat mich gebeten dir das zu geben und er hat noch gesagt, es sei das schönste Stück, dass er je gemacht hat, weil er in seiner Verzweiflung dich verlieren zu können, all seine Liebe da hinein gehämmert hat, die er dir nie zeigen konnte.“

Atemlos umklammerte sie das kalte Metall, das sich von der Wärme ihrer Hand zu nähren schien und dann angenehm warm auf ihrer Haut ruhte. So musste es wohl auch mit ihrem Vater sein. Er brauchte einfach etwas Wärme von ihr, dann würde er auch Wärme zurückgeben können und sie beschloss, dass kein Tag vergehen würde, ohne dass sie ihm seine Liebe zeigen würde!

„Nun mein Kind, ich muss jetzt weiter. Es gibt da noch einen sehr traurigen Jungen in Sheffield, der meiner Dienste bedarf. Aber eines möchte ich dir noch mit auf den Weg geben: Lass dich von niemandem von deinen Träumen abhalten, dann kannst du alles erreichen was du willst! Dabei ist es auch egal was andere denken oder für angemessen halten. Es geht um dein Glück, also ist es deine Entscheidung. Du wirst deinen Weg machen, davon bin ich fest überzeugt!“ Er strich ihr noch einmal liebevoll mit seinen schwieligen Fingern übers Haar und sie hielt kurz seine Hand fest und drückte sie so fest sie das mit ihren kleinen Fingern konnte. Der alte Mann wand sich danach hastig um und sie glaubte eine Träne in seinem Augenwinkel gesehen zu haben. Er griff seinen Stab, ging zur Tür und verschwand in der Dunkelheit, während ihm das kleine Mädchen versonnen nachblickte, das Medaillon fest in der Hand haltend. Plötzlich durchfuhr es sie! Verdammt! Ich hätte auf die Narbe im Nacken achten sollen, an der Papa von dem Ackergaul getreten worden war. Dann hätte sie Gewissheit gehabt! Nun würde sie es nie erfahren…

Sie kuschelte sich wieder in die warmen Decken auf der Ofenbank und umklammerte den stählernen Anhänger während ihr schließlich vor Erschöpfung die Augen zufielen. Im Traum erwachten der Hammer und der Amboss zum Leben und sie hörte Stahl auf Stahl klingen, während die Funken flogen und das Feuer der Esse sie mit seiner Wärme erfüllte.

An diese Nacht dachte sie nun zurück, während sie in der alten Schmiede ihres Vaters stand, unablässig den Blasebalg betätigte und sich im Fauchen der glühenden Kohlen verlor. Sie zog den dünnen Eisenstab aus dem Feuer und begann ihn mit einem Meißel an einem Ende zu spalten um eine zartgeschwungene Lilie aus dem glühenden Metall zu formen.

Sie dachte an den Weihnachtsmorgen, als ihre Mutter ihr eröffnete, dass sie nicht für den Earl zu arbeiten brauche, sondern bei ihrem Vater in der Schmiede lernen dürfe, wenn sie nur vormittags im Herrenhaus zur Schule ging und gute Noten nach Hause brachte. Sie dachte daran, wie sie ihrer Mutter ungläubig aber überglücklich um den Hals gefallen war und über deren Schulter zu sehen glaubte, wie ihr Vater ihr zuzwinkerte.

Sie legte das fertige Stück zur Seite und goss sich einen Schluck Tee aus der verbeulten Blechkanne ein, die sie im Laufe der Jahrzehnte zahllose Male geflickt hatte, während derer ihr Vater immer häufiger lächelte und manchmal sogar sein glucksendes Kichern vernehmen ließ. Inzwischen zogen sich durch ihr schwarzes Haar graue Strähnen. Ihre Hände, die den Becher hielten, obschon schlanker als die ihres Vaters, waren genau so vernarbt und rau. Undamenhaft sagte so Mancher. Aber das war ihr schon immer egal gewesen! Sie liebte ihre Arbeit genauso wie ihr Vater es getan hatte, das Gefühl aus dem scheinbar unnachgiebigen Metall etwas zu erschaffen, was nur wenige Eingeweihte konnten, war unvergleichlich. Dabei war es völlig unerheblich, ob es sich um ein Kunstwerk oder ein einfaches Hufeisen handelte.

Sie stellte den Becher beiseite, verband die fertigen Einzelteile miteinander und schmiedete sie zu einem Ganzen. Eine Träne fiel zischend auf ein glühendes Metallstück, doch sie lächelte glücklich, während sie dem Herz mit dem Amboss und dem darüber schwebenden Schmiedehammer im Zentrum des Grabkreuzes mit feinen Schlägen den letzten Schliff gab.

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Weihnachtsstress

Also manchmal hasse ich meinen Job!“

Nun komm schon, so schlimm ist es auch wieder nicht.“

Nicht so schlimm?! NICHT SO SCHLIMM!?“

Na ja zugegeben, wir haben uns verirrt, aber das kann halt mal passieren.“

Aber nicht am Weihnachtsabend, verdammte Scheiße nochmal!“

Woah hey, achte auf deine Sprache! Redest du so auch mit den Kindern?“

Pfft, die undankbaren Bälger wissen meine Dienste doch eh nicht mehr zu schätzen. Laptops, Xbox, Playstation, Handys… Ständig piept und düdelt irgendwas zwischen den Paketen und lenkt mich ab. Was ist aus dem guten alten Schaukelpferd geworden? Oder dem Tüdelband? Früher haben sich Kinder damit tagelang beschäftigt und ihnen war keineswegs langweilig.“

Ja aber Bauklötze sind doch auch noch dabei.“

Die werden doch heutzutage eh nur noch als Wurfgeschosse eingesetzt! Die Blagen haben Aufmerksamkeitsspannen wie Maikäfer durch den ganzen Elektroschrott und wehe das WLAN fällt aus! Es könnte der dritte Weltkrieg ausbrechen und es wäre ihnen scheißegal so lange nur das verdammte WLAN funktioniert.“

Jetzt tust du ihnen aber unrecht! Es gibt immer noch eine Menge Kinder mit Phantasie und echtem Spaß.“

Ja aber das werden von Jahr zu Jahr weniger. Wenn kein neues Handy unterm Baum liegt und der Haufen mit den Geschenken nicht mindestens größer ist als letztes Jahr gibt’s doch nur wieder Geschrei! Sowieso immer diese Streiterei an Weihnachten. Das ganze Jahr wird kaum miteinander geredet und dann zwingt man die Menschen einen ganzen Abend miteinander zu verbringen. Das kann doch nur in Mord und Totschlag enden. Eigentlich sollte dieser Abend doch der Höhepunkt der Gemeinsamkeiten sein, und nicht die Ausnahme.“

Das stimmt schon, aber du weißt doch selber wie das ist. Man schuftet das ganze Jahr über wie blöde, damit Weihnachten dann alles perfekt ist und die Geschenke unterm Baum liegen. Und wenn es dann nicht perfekt ist, hängt schon mal der Haussegen schief. So wie bei uns jetzt.“

Wer hat denn vergessen mir an der richtigen Abzweigung Bescheid zu sagen? Deswegen sitzen wir doch jetzt in der Scheiße! Mann, Mann, Mann, langsam fängt mein Job an mir richtig auf den Sack zu gehen. Jedes Jahr wird es schlimmer.“

Ach du findest doch jedes Jahr einen neuen Grund zu motzen.“

Wie ist denn das bitte gemeint?!“

Weißt du nicht mehr vor drei Jahren? Der Tannenbaumvorfall?“

Das war ja wohl kaum meine Schuld! Hätten die Leute sich einen vernünftigen Hund angeschafft und nicht so eine angedetschte Töle mit mehr Ego als Hirn wäre gar nichts passiert! Diese überzüchteten Teppichratten sind so dämlich, dass die alten Hausmittel halt nicht mehr funktionieren.“

Und das Jahr davor?“

Was soll da gewesen sein?“

Glas Milch? Elektrische Lichterkette? Klingelt da was?“

Die Ohren klingeln mir von deinem verdammten Gesabbel! Sieh mal lieber zu, dass du endlich jemanden an den Funk bekommst der uns hier rausholt!“

Ich sagte doch ich habe hier drinnen keinen Empfang. Wir müssen darauf warten, dass die anderen Alarm schlagen weil wir keinen Vollzug melden können.“

Das kann noch ewig dauern!“

Nur die Ruhe, in ein paar Minuten geht es bestimmt weiter.“

Aber auch nur wenn Steven sich nicht wieder die Birne mit Eierlikör zuhaut wie letztes Jahr und den Zeitplan im Auge behält! Ich habe keine Lust wieder bis zum Morgengrauen durchzuknüppeln, weil mein Disponent ‚emotional instabil‘ ist.“

Glaube ich nicht, er hatte ja noch seine Scheidung zu verdauen und dieses Jahr geht es ihm schon viel besser.“

Saufen bei der Arbeit! Ich muss echt wieder härter durchgreifen. Die ganze Welt geht vor die Hunde und ihr seid keinen Deut besser!“

Beim Tannenbaumvorfall hat die Flasche Whisky unterm Baum keine Rolle gespielt, oder?“

Das war nicht meine Schuld! Wie oft muss ich das noch sagen! Und jetzt wechseln wir verfickt noch mal das Thema, oder du kannst dir einen neuen Job suchen!“

Sprache!“

Scheiß auf die Sprache! Scheiß auf diesen Job! Scheiß auf dich und all die anderen! Die Welt kann mich mal am Arsch lecken. Nächstes Jahr bleibe ICH zu Hause vor dem Kamin mit einer Flasche Eierlikör und dann könnt ihr zusehen, wie ihr klar kommt!“

Ja ja, ist ja gut. Jetzt reg dich wieder ab! Das hilft doch keinem weiter und nachher hört uns noch jemand.“

Es ist mir scheißegal ob mich jemand hört! Ich will hier verdammt noch mal raus!“

Pssst, sei leise verdammt! Wie willst du denn erklären wie du hier reingekommen bist?! Das gibt doch nur wieder Ärger.“

Weisst du was? Fick dich! Halt einfach die Fresse bis nächstes Jahr. Ich kann dein Gelaber echt nicht mehr ertragen! Wenn ich noch einen schlauen Spruch von dir höre haue ich dir eine rein!“

Ach ja?! Versuchs doch! Du bist vielleicht größer und stärker als ich, aber dafür auch so fett, dass ich dir jederzeit auswei… AUA! Feife meine Nawe! Bift du jepft völlig durchgeknallt?!“

Oh Scheiße Mann! So hart wollte ich dich nicht treffen. Alles okay?!“

Halt’f Maul und gib mir ein Taffentuch. Meine Nawe blutet.“

Tut mir leid Mann, das war echt keine Absicht, aber manchmal treibst du mich echt zur Weißglut!“

Daf ift kein Grund gleich pfupfuflagen du fetter alter Freak! Ich glaube mein Pfahn ist lowe. Guck mal kurpf, ist mein Pfahn lowe?“

Nein dein Zahn ist in Ordnung, aber deine Nase…“

Waf ift mit meiner Nawe?!“

Ich glaube die ist gebrochen…“

Du haft mir die Nawe gebrochen?! Bift du noch gampf dicht?! Nachher wäpft daf nicht ordentlich zuwammen und ich hab nen Knubbel in der Freffe wie du!“

Ist ja gut, jetzt reg dich ab! Das kriegen wir schon wieder hin, wenn wir hier erstmal raus sind.“

Psst, was ist das für ein Licht da hinten?“

Pscht, ganz ruhig…
Steven? Verdammte scheiße, hör auf mir mit der Taschenlampe in die Augen zu leuchten. Wo warst du denn so lange? Boah hast du ne Fahne. Eierlikör?“

Komm schon Steven, das wird schon wieder… Na na, nicht weinen, er meint das nicht so. Jetzt bring uns erstmal zurück auf den rechten Weg und morgen überlegen wir uns was.“

Verdammtes Weichei!“

Was hast du gesagt?“

Verdammtes, Weih… nachts… ach vergiss es.“

Danke Steven, ab hier kenne ich mich wieder aus. Mach‘s gut und Kopf hoch! Wir reden morgen nach der Arbeit…
Armes Schwein!“

Ja ja, armes Schwein. Können wir jetzt weiter machen? Wir haben noch 1,7 Millionen Wohnungen auf diesem Kontinent vor uns und die scheiß Heizungsanlagen machen mich fertig! Ich will meine alten Kamine wiederhaben.“

Jetzt halt doch mal die Klappe, ich muss mich konzentrieren. Am zweiten Rauchgasfilter rechts… Ah hier sind wir. Tobi Mc Allen, 5 Jahre alt. Eine Playstation, ein IPhone, diverse Markenklamotten und ein Schulranzen.“

Glas Milch ist da, Kekse auch, okay, wir kö… Warte mal! Was‘n das?! Sojamilch?! Glutenfreie Dinkelkekse?! Ich flipp aus! Das können die doch nicht ernst meinen! Ich pack den ganzen Krempel wieder ein und wir verpissen uns hier. Die kleine Kröte muss dieses Jahr ohne Geschenke auskommen. Tja hilft alles nichts, Strafe muss sein!“

Jetzt reiß dich zusammen und komm weiter. Vom Weihnachtsmann hätte ich etwas mehr Selbstdisziplin erwartet!“

Wir haben eine Ewigkeit in einem verdammten Wärmetauscher einer Heizungsanlage festgesessen, weil Monsieur sich nicht ordentlich konzentriert hat und mich stattdessen mit dem neuesten Elfentratsch aus der Spielzeugfabrik vollgelabert hat bis mir die Ohren bluten und erzählt mir einen von Selbstdisziplin. Du hast ja wohl den Arsch offen!“

Jetzt reicht’s mir aber, ich mach dich fertig!“

Der kleine Tobi, war von seltsamen Geräuschen wach geworden. Als er das Licht im Wohnzimmer einschaltete, sah er gerade noch wie der Weihnachtsmann, mittels Playstation niedergestreckt, zu Boden ging. Ein Weihnachtself sprang auf seinem Kopf herum, während er hysterisch kreischte: „Ich hasse meinen Job! Ich hasse Weihnachten! Ich hasse den Weihnachtsmann!“

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Die CSU und das Grundgesetz – Eine Geschichte voller Missverständnisse

So langsam muss man sich wirklich fragen, ob Horst Seehofer und Markus Söder die Seiten gewechselt haben und einfach noch keiner gemerkt hat, dass die beiden inzwischen als Kabarettisten-Duo auf Tour sind. Dieses kongeniale Gespann aus dumpfer Selbstzufriedenheit und bayrischem Größenwahn wird nur noch von Storch Trixie und Heil Petry übertroffen. Würde man die beiden CSU-Granden zu einer Person verschmelzen, käme wohl Franz-Josef Strauss dabei heraus, aber keiner der Beiden hat das Format alleine so Scheiße zu sein, wie die Kröte vom Inn.

Eine altehrwürdige Tradition dieser Partei besteht ja seit Jahrzehnten darin, Dinge zu fordern, die nicht verfassungskonform sind, und dementsprechend oft vom zuständigen Gericht einkassiert werden. Alle Anderen haben sich aber natürlich daran zu halten.
Im Oktober 2015 sonderte Söder noch ab: „Es darf für Zuwanderer keinen Rabatt aufs Grundgesetz geben.“ Letzte Woche forderte die CSU dann in ihrem Papier zur Flüchtlingspolitik, das Zuwanderer „aus unserem christlich-abendländischen Kulturkreis“ in Zukunft Vorrang haben müssten. Ich bin nun wahrlich kein Jurist, aber ich glaube die Herren in München brauchen doch noch ein bißchen Nachhilfe in Sachen Grundgesetz: „Niemand darf wegen … seiner Abstammung, seiner Rasse …, seiner Heimat und Herkunft, seines Glaubens, seiner religiösen … Anschauungen benachteiligt oder bevorzugt werden…“ (Artikel 3, Absatz 3, Grundgesetz). Die CSU nimmt es also mit dem „Rabatt aufs Grundgesetz“ nicht ganz so genau, wenn es um die eigenen Forderungen geht. Aber wer einen Mann verehrt, der bei Geiselnahmen durch Terroristen schon mal die Erschießung von RAF-Gefangenen fordert, sieht das Grundgesetz eher als Empfehlung denn als bindend, ähnlich wie bei den zehn Geboten.

Auf die restlichen Forderungen, die im Kern ebenso schwachsinnig sind, will ich an dieser Stelle nicht weiter eingehen, da mir dies den Start in die Woche fundamental versauen würde. Die Aussage Seehofers, er wolle einfach den „Erfolg der Union, mit allen Mitteln“, bringt es jedenfalls ganz gut auf den Punkt. Der eigene Wahlerfolg hat gefälligst über Grundgesetz und Menschenwürde zu stehen.

Ich frage ich mich nach wie vor, warum die CSU nicht längst vom Verfassungsschutz beobachtet wird und gerichtlich zu einer Namensänderung gezwungen wird. Das Ganze hat jedenfalls weder etwas mit „christlich“, noch mit „sozial“ zu tun. Allein der Name der Partei muss als einer der größten Treppenwitze der Nachkriegsgeschichte angesehen werden.

„Wir sind dagegen, dass sich unser weltoffenes Land durch Zuwanderung oder Flüchtlingsströme verändert.“ Die meinen das ernst! Das haben die wirklich so in ihr Positionspapier geschrieben!

Ich bin dagegen, dass eure Arschoffenheit unsere Weltoffenheit bedroht, Ihr Vollpfosten!

 

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EM? Nein danke! St. Pauli? Ja bitte!

Ich habe dieses Jahr gar keine Lust auf die EM und viele Leute in meinem Freundeskreis sehen das ähnlich. Da geht das ganze Fahnengeschwinge wieder los und plötzlich ist es wieder hip Patriot zu sein. Letzte Woche regt man sich noch über das Wir-und-Die-Gefasel von Alexander Gauleiter und Heil Petry auf und plötzlich malt man sich Fähnchen ins Gesicht und ist stolz deutsch zu sein.

Mir läuft es da jedes Mal kalt den Rücken runter. Ja ich weiß, nicht jeder der seine Rückspiegel in Nationalfarben verkleidet ist ein Nazi und eine schwarz-rot-goldene Bierdose heißt nicht, dass der daran hängende Alkoholiker Flüchtlingsunterkünfte anzündet. Arthur Schopenhauer hat einmal gesagt, der Nationalstolz verriete in dem damit Behafteten, den Mangel an individuellen Eigenschaften, auf die er stolz sein könnte. Wenn das stimmt muss man sich doch nach den Ursachen fragen. Wir tragen alle die gleichen Klamotten, haben die gleichen Telefone in der Tasche, fahren die gleichen Autos (wahrscheinlich Golf) und sind in unseren Jobs, so wir einen haben, komplett austauschbar.

Ich finde Patriotismus grundsätzlich problematisch. Dabei ist es mir völlig egal ob jemand eine deutsche, eine englische oder Fahne von Tonga schwingt. Es gibt keine Berechtigung stolz zu sein, weil man zufällig innerhalb willkürlich gezogener Striche auf der Landkarte geboren wurde. Ich bin ja auch nicht stolz auf St. Pauli zu wohnen. Ich mag das Viertel, ich mag die meisten Menschen da, aber stolz darauf sein? Wenn ich irgendwann mal auf dem Totenbett liege und zurückdenke was ich im Leben erreicht habe und sagen kann, dass ich das Viertel oder das Land, in dem ich lebe, zu einem etwas besseren Ort gemacht habe, dann wäre das ein Grund stolz zu sein. Mehr aber auch nicht.

Ich sehe es nicht ein mich abzugrenzen indem ich ein nationales Symbol für bedeutsam erkläre. Nationen sind künstliche Gebilde, die sich meiner Meinung nach überlebt haben. Nichts was auf dieser Welt passiert beschränkt sich auf einzelne Nationen. Selbst wenn Deutschland beschließen würde sich eine pinke Flagge mit einem Einhorn zuzulegen hätte das globale Folgen. Überall auf der Welt müsste man neue Fahnen anschaffen, Schulbücher und Wikipedia-Einträge ändern und darauf achten, dass auch ja die richtige Fahne beim Staatsbesuch hängt. Zugegeben fänd ich es aber schon lustig, wenn die Pegidioten und AfD Knetbirnen plötzlich Einhörner schwenken würden. Das würde der ganzen Symbolik den Grad an Ernsthaftigkeit verleihen, die sie verdient.

Ich konnte mich noch nie mit einer Nation identifizieren. Mein Vater ist halb englisch, halb irisch und meine Mutter Deutsche. Ich habe irgendwie nie richtig zum Club der Bio-Deutschen dazu gehört und ich wollte das auch nie. Mich mit englischen und irischen Wurzeln zu identifizieren fiel mir auch immer schwer, denn beide Seiten haben sich während meiner Jugend sehr bemüht in Nordirland zu demonstrieren wohin so etwas führen kann.

Einige meiner Freunde werden auch zum Public Viewing gehen, sich Fähnchen ins Gesicht malen und jede Menge Spaß daran haben – damit habe ich überhaupt kein Problem. Wenigstens gehen sie nicht zum Schlagermove. Bei denen hat das aber weniger mit Nation zu tun, als mit der Identifikation mit einer Mannschaft. Die Auswahl der eigenen Lieblingsmannschaft ist ja nun mal beliebig und für diese Menschen ist es dann eben Deutschland. Ich könnte morgen beschließen VfL Wolfsburg Fan zu werden und niemand könnte mich daran hindern. Die meisten würde es nicht die Bohne interessieren, ein paar Fußballfans im Freundeskreis wären vermutlich etwas irritiert und es würde meiner Glaubwürdigkeit schaden, aber sonst würde nicht viel passieren. Aber meist sind die Gründe doch ziemlich banal, warum jemand Fan eines Vereins ist: Damit aufgewachsen, durch Freunde dazu gekommen, oder beim Wechsel des Wohnorts plötzlich festgestellt, dass der Verein einem zusagt. Okay, wenn ich auch noch nach Wolfsburg umziehen würde müsste ich mir wohl dann doch neue Freunde suchen.

Letztlich erzeugt die Identifikation mit einem Verein auch ein Wir-Gefühl, aber es ist eine andere Art als bei Nationalmannschaften. Wenn ich ein Fußballspiel aus einer fremden Liga sehe, über deren Mannschaften ich nicht das Geringste weiß, werde ich trotzdem irgendwann Sympathien für die eine oder andere Mannschaft entwickeln. Das kann an der Spielweise liegen, an der Fairness, an der Qualität, den Fans oder an so Banalitäten wie der Trikot-Farbe. Bei Ländern hat man aber immer sofort Stereotypen im Kopf: Italiener jaulen immer rum, Engländer dreschen immer nur planlos den Ball nach vorne und bei Mannschaften vom Balkan kann man froh sein, wenn der Gegner vollzählig nach Hause fährt.

Mir ist sowas egal. Ich will guten Fußball sehen und freue mich wenn der Bessere gewinnt. Ich habe mich vor zwei Jahren auch über den deutschen WM-Titel in Brasilien gefreut. Allerdings nicht wegen des Landes, der nationalen Bedeutung oder des schwarz-rot-goldenen Freudentaumels. Mich hat es einfach persönlich für die Beteiligten gefreut, da sie ein fabelhaftes Turnier gespielt haben und ich den Sieg verdient fand. Hätte Brasilien die Nationalmannschaft im Finale dermaßen an die Wand gespielt hätte ich mich eben für die brasilianischen Spieler gefreut.

Und am allerliebsten fiebere ich für den Underdog mit! Daher heißen meine Favoriten Irland, Island und Wales. Es gibt nichts Schöneres als wenn der Underdog für eine Überraschung sorgen kann. Ihr könnt euch vorstellen was los war als Griechenland Europameister wurde. Und vielleicht versteht ihr jetzt auch warum ich den FC St. Pauli schon so lange feiere: Kaum eine Mannschaft hat in den letzten Jahrzehnten ihr Underdog-Image so gut gepflegt wie der FC. Ob das mit der wachsenden Professionalisierung in den letzten Jahren immer noch berechtigt ist, sei dahingestellt, aber das ist eine andere Geschichte und soll ein andermal erzählt werden.

Bei aller Freude über das Ereignis, und die Partystimmung und das Wir-Gefühl, dürfen wir aber keinesfalls aus den Augen verlieren in was für Zeiten wir leben und was dieser Partypatriotismus auslösen kann. Er kann unbedarfte Köpfe für nationalistisches Denken öffnen. Er kann zu einer stärkeren Abgrenzung vor allem führen, was nicht als dazugehörig empfunden wird. Und mit diesen beiden Faktoren kann der Patriotismus zur EM die Situation, die wir im Moment haben, weiter verschlimmern. Das sollte man im Hinterkopf behalten und wann immer wir erleben, dass so etwas passiert, müssen wir alle, aber insbesondere Menschen, die sich mit Deutschland identifizieren möchten, dem entschieden entgegentreten und sich der Anfänge erwehren.

Denn im Vorfeld der EM haben die Knetbirnen ja mal wieder eindrucksvoll gezeigt, was für ein Deutschland und was für eine Nationalmannschaft sie sich wünschen. Ein Bild aus Mekka ist ein Affront und ein Mensch mit anderer Hautfarbe ist auch kein richtiger Deutscher und schon gar kein guter Nachbar. Sollen diese Arschlöcher sich blau und braun ärgern, dass das Erfolgsgeheimnis der Nationalmannschaft in Multikulti besteht und von mir aus ihre eigene EM mit Arier-Nachweis austragen. Angesichts des arischen Erbguts, was man da so Montags auf den Dresdner Straßen rumstolpern sieht, vermute ich, dass das eine ziemlich langweilige Veranstaltung werden könnte.

Jedenfalls, habt alle viel Spaß bei der EM. Ich werde mich allerdings mehr auf die Zeit freuen, wenn die Fahnen wieder Totenköpfe zieren, braun-weiß-rot dominiert und die Transparente im Stadion Sprüche wie „Refugees Welcome“ und „No Homophobia“ zieren. Und am aller Wichtigsten: Niemand wird im Chor „Sieg“ brüllen.

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Was haben wir in den letzten Monaten gelernt?

  1. Auch wenn du erst 18 bist, finde ich es ziemlich bedenklich, dass du auf meine Ansage, dass ich nur Roggnrohl spiele erstmal „Famous Rock Songs“ googelst und mir dann die Suchergebnisliste unter die Nase hältst. Ich glaube du hast das Prinzip „Musikwunsch“ noch nicht so ganz verinnerlicht.
  2. Wenn deine Freunde es witzig finden, dich am Wochenende vor deiner Hochzeit trotz deines Übergewichts in einem schwarz-goldenen hautengen Rodelanzug zu quetschen und als schimmernde Presswurst über den Kiez zu jagen, solltest du dringend über eine Neustrukturierung deiner Sozialkontakte nachdenken.
  3. „Ey kannnst du mir das Album von ‚ANA drinks Dogpiss‘ per Mail schicken?“ „Ähm lass mich kurz überlegen… Gegenfrage: Bist du total bescheuert oder was?!“
  4. Ich habe vor einiger Zeit von einem Pullover geschrieben, der aussieht als hätte Bill Cosby draufgekotzt. Das lässt sich steigern: Dieses Mal hatte Bill Cosby Alufolie zum Frühstück und blutige Magengeschwüre.
  5. Wohlgeformtes C Körbchen, gut trainierter Oberkörper, Dekolletee bis zum Bauchnabel… Wenn du dir die Brust rasierst und den Schwanz zwischen die Beine klemmst, könntest du glatt als Frau durchgehen.
  6. Es gibt Fälle, da ist das Haupthaar von der Kapuze optisch nicht zu unterscheiden.
  7. Bei T-Shirts mit furchtbar viel Text drauf, der mit einem fett gedruckten „Bier“ endet, weiss ich von vornherein, dass ich den Text nicht lesen muss. Ich werde ihn ohnehin nicht witzig finden.
  8. „Hasuwasvonkillinginsenameof?“ „Nein.“ „Hasuvorhinabergschpielt!“ „Nein.“ „Dochschweissdasganzgnau!“ „Es gibt keine Band dieses Namens, also ist das ausgeschlossen.“ „Wohl! Killinginsenameof, kennt doch jeder.“ „Ich nicht.“ „Wasbisndufürndj?“ „Einer mit Prinzipien, und dazu gehört: Wenn du dir ne Band wünschen willst, solltest du in der Lage sein, mir ihren korrekten Namen zu verraten.“ „Vschtehichnich…“ „Ich weiss!“
  9. Wenn dir eine Frau die zehn Jahre jünger ist, sagt sie habe den Song bestimmt schon zehn Jahre nicht gehört, wirst du zu alt für den Scheiß.
  10. Eine 24jährige fragt ihren 22jährigen Kumpel, wie er es aushält in eine Beziehung mit so einer furchtbar alten Frau (28). Ich musste laut loslachen und der Schluck Bier in meinem Mund verliess diesen zu einem Großteil durch die Nase. Vielleicht war es aber auch ein hysterisches Kichern…
  11. Sogar bei Machinehead sieht man dir an, dass du viel zu lange in einer Tanzschule warst.
  12. „Kannst du mal ‚State of Trust and Hate‘ von Soundgarden spielen?“ „Nein aber ich kann dir ‚State of Love and Trust‘ von Pearl Jam spielen. Was hältst du davon?“ „OH GOTT!!! Das ist mir sooooo peinlich. Und ich bin noch nicht mal betrunken! Du musst mich grade für die größte Idiotin der Geschichte halten.“ „Nicht ganz…“ „Schon gut, ich geb dir nen Schnaps aus. Ich muss diese Peinlichkeit aus meinem Gedächtnis löschen.“
  13. Nudelhaare machen dich nicht automatisch zu einem besseren Menschen!
  14. Wenn du ausser eines glitzernden Dekolletees sonst nichts zu bieten hast, bist du hier an der falschen Adresse. Lass mich in Ruhe!
  15. „Ihr seid doch auch nur Rattenfänger! Erst Tanzmusik spielen um Jugendliche anzulocken und dann politisch links gefärbte Propaganda („Schrei nach Liebe“, Anm. d. Red.) verbreiten, um sie zu indoktrinieren. Ich komme nie wieder in diesen linksgrünversifften Scheißladen!“ „Ich weiss.“ „Hä? Wieso?“ „Weil ich Gedanken lesen und in die Zukunft sehen kann.“ „Was soll denn der Scheiß?! Willst du mich verarschen?!“ „Ich sehe in den Nebeln der Zeit, wie du zu unserem Türsteher kommst und der dich darauf hinweist, dass du Hausverbot auf Lebenszeit hast.“ „Aber ich hab doch gar kein…“ „Jetzt schon. Also geh mal lieber bevor die Türsteher dir dabei helfen müssen.“
  16. Weihnachtsfeierzeit: Wenn die Muttis aus der Vorstadt ihre Brut in der Obhut ihrer Erzeuger lässt und vergeblich versucht sich auf der Tanzfläche eines Kiezclubs daran zu erinnern, wie man die silber-blonde Dauerwelle möglichst stylisch zu Nirvana zu schütteln.
  17. „Spiel mal was mit ner Kuhglocke.“ „Wie bitte?“ „Na ja, wo der Schlagzeuger auf so ner Kuhglocke rumhaut.“ „Willst du mich verarschen?!“ „Nein echt jetzt. Ich steh total auf den Sound!“ „Ich habe meine gesamte Musik in meinem Kopf nach allen möglichen Merkmalen einsortiert: Musikrichtung, Tempo, Härte, Klang der Stimme, Inhalt der Texte, Länge des Tracks… Aber ob eine Kuhglocke drin vorkommt gehörte bislang nicht zu den Kategorien, die ich für wichtig erachtet habe.“ „Och mach mal bitte, ich finds so geil, wenn die auf ner Kuhglocke rumhauen!“ „Du mein Freund, brauchst keinen DJ, sondern einen Therapeuten!“
  18. „Samstagnacht“, „Junggesellenabschied“ und „Glühwein“ sind die Antwort auf die Frage, welche drei Begriffe in Gegenwart von Mitarbeitern einer Bar auf dem Kiez keinesfalls in einem Satz genannt werden sollten.
  19. Wenn du mit deinem Handy deine Armbanduhr beleuchtest um die Zeit herauszufinden, ist es wirklich an der Zeit nach Hause zu gehen.
  20. Wenn du noch einmal deine Nase unaufgefordert in mein Ohr steckst, wird die Kokserei mangels Nase in Zukunft erheblich schwerer fallen!
  21. Rammstein ist also Punkrock… Slipknot hat nichts mit Metal zu tun… Mit Spezialisten wie dir über Musik zu diskutieren ist ungefähr genau so sinnvoll, wie eine Diskussion mit einem Inquisitor über Nächstenliebe.
  22. Eine hartgesottene 40jährige Metallerin im Lunacy antanzen zu wollen, wie eine unbedarfte 19jährige auf dem Hans-Albers-Platz, ist als eher unkluge Idee zu werten… Hoffentlich war dir das eine Lehre und die lässt die 19jährigen auch in Ruhe!
  23. Wenn ihr meint euren Streit mit Armdrücken am DJ-Pult austragen zu wollen, seid ihr nicht alte genug um hier zu sein, scheißegal was in eurem Ausweis steht.
  24. Drei Frauen mit dem gleichen roten Tuch in den Haaren: Lediglich der Stil unterscheidet sich nach „Rambo“, „Putzfrau“ und „Vogue“… Seit ihr ne Gang oder sowas?
  25. Deine Nase sieht aus wie eine Skischanze und dein Überbiss lädt zum Flaschenöffnen ein…
  26. Wenn du auf der Tanzfläche röhrst wie ein untervögelter Hirsch, hat das nicht zwingend was mit Death-Metal zu tun!
  27. Wie nett, dass ihr wenigstens nach Geschlechtern getrennt koksen geht.
  28. Und ich dachte noch: Ob das so eine gute Idee ist, wenn ihr eurem besoffenen Kumpel beim Crowdsurfen so doll in den Bauch drückt?
  29. Das verschüttete Bier am Rücken deiner besten Freundin abwischen… Was machst du mit deinen Feinden?!
  30. Ich hab mal irgendwo gehört, der Sinn eines Krankenschwestern-Kostüms bestünde im sexy aussehen. Tja das ist dann wohl voll daneben gegangen.
  31. Man wird zynisch im Laufe der Jahre: Wenn eine Frau schniefend neben einem am DJ-Pult steht, geht man automatisch von Koks und nicht von Liebeskummer aus.
  32. Dein Arsch sieht ziemlich eckig aus und dein Dekolletee blinkt. Wie viele Handys hast du eigentlich?!
  33. Pseudo-sinnlich auf einem Lolly rumzulutschen beeindruckt vielleicht 18jährige.
  34. Wenn sie Nudelhaarträger/innen zur Begrüßung umarmen, warte ich immer noch darauf, dass sich die Haare verbinden und beide mit glückseligem Lächeln vor mir stehen.
  35. „Ey Mäuschen! Schnaps mit Cola, aber pronto. Wenn du dich beeilst kriegst du vielleicht sogar Trinkgeld“ Sie sind soeben Zeuge des kürzesten Auftritts zweier Ex-Gäste in unserem bescheidenen Etablissment geworden.
  36. Warum sind so viele Touristinnen eigentlich so kleidungsreduziert unterwegs, dass sogar die Mädel, die mit Kleidungsmangel auf dem Kiez ihre Brötchen verdienen, rote Ohren kriegen?
  37. „Boah, die Arbeit hat sich gestern angefühlt wie, weinend und alleine auf dem Kneipenklo zu onanieren.“
  38. „Kennst du schon den Paperdance? Da springen alle im Rythmus der Musik über den Klopapierstreifen, den ein ahnungsloser Gast am Schuh vom Klo kommend hinter sich herzieht. Ja du bist der Initiatior. Kein Ursache!“
  39. 120 kg Muskelmasse, weniger als 3% Körperfett, aber noch nie im Leben eine Dehnübung auch nur in Erwägung gezogen… Versuch bloß keinen Hüftschwung vorzutäuschen, das ist physikalisch gar nicht möglich!
  40. Zum Glück hat dein beglücktes Quieken angesichts meiner Musikauswahl irgendwann in einen Frequenzbereich gewechselt, den nur noch Hunde und Fledermäuse wahrnehmen. Ansonsten hätte ich dich nämlich zum Eigenschutz rauswerfen lassen müssen.
  41. Mit 150 kg Lebendgewicht (konservativ geschätzt) müssen wir dir das GoGo-Tanzen auf unserem Mobiliar leider untersagen.
  42. Wenn du die Arbeit eines DJs nach 30 Sekunden Aufenthalt im Laden bereits abschließend bewertet hast, beurteilst du die Qualität deiner Frisur vermutlich auch anhand der ersten dreo Haare, die beim Friseur den Boden berühren.
  43. Wenn Mutti dir für deinen Erstbesuch auf dem Kiez extra einen Brustbeutel mitgegeben hat, wird das nicht gängstamäßiger wenn du ihn dir schräg umhängst.
  44. Bei deinem Hemd würden sogar Tom Sellecks Augen bluten!
  45. Wenn du noch einmal „emotionell“ sagst, haue ich dir eine rein!
  46. Manchmal glaube ich, wir sollten mal einen Experten einladen, der die Sicherheit von Wohnungen für Kleinkinder überprüft. Ich kann gar nicht mehr zählen wie viele Gäste schon die strukturelle Integrität unserer Diskokugeln ausgetestet oder versucht haben ihre Finger in die Lüftung zu stecken.
  47. Wenn du die ganze wie die kleine Schwester von Rumpelstielzchen vor der Klotür rumspringst und dem DJ zum vierten Mal den Weg vom oder zum Klo versperrst, darfst du dich nicht wundern, wenn du irgendwann mit einem klassischen Bodycheck aus dem Weg geräumt wirst.
  48. Mit so weiten Bermudashorts und deinen Streichholzbeinchen erinnerst du doch stark an Spongebob Squarepants.
  49. Oh! Die Jungs in den Mönchskutten sind gar kein Junggesellenabschied, sondern arme Schweine die Promo für Haselnusslikör machen.
  50. Sich aus Omas Perseteppich Ausgehpantoffeln zu klöppeln, mag eine total originelle Idee sein, sieht aber trotzdem scheiße aus!
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Presseschau

Nach dem nächsten Terroranschlag oder Amoklauf schlage ich vor, einfach die folgenden Aussagen abzudrucken, statt seine Zeit in langweiligen Pressekonferenzen und Interviews zu vergeuden.

Tag 1 nach dem Anschlag

Angela Merkel: „Unser Mitgefühl gilt den Opfern von [Hier Name der Stadt einsetzen]. Wir verurteilen diesen Akt barbarischer Gewalt.“
Thomas de Maizière: „Unser Mitgefühl gilt den Opfern von [Hier Name der Stadt einsetzen]. Ob Flüchtlinge unter den Attentätern waren, bleibt abzuwarten.“
Sigmar Gabriel: „TTIP ist eine tolle Sache und ein Garant der Freiheit. [Hier Name der Stadt einsetzen]? Habe ich da diese Woche einen Termin oder was? Ach ja, Mitgefühl und so, sie wissen schon…“
Frauke Petry: „Was heisst hier Grinsen? Ich grinse nicht, ich sehe immer so aus. Unser Mitgefühl gilt den Opfern von [Hier Name der Stadt einsetzen]. Nun muss auch die Regierung endlich einsehen, dass es gefährlich ist jeden Flüchtling einfach so ins Land zu lassen denn sonst sprengen die uns hier alle in die Luft und schneiden ihrer Tochter den Kopf ab weil sie kein Kopftuch trägt!“
Beatrix von Storch: „KNALLT SIE ALLE AB!!!1!11!!!!“
Bernd Höcke: „Der Araber an sich kann ja nichts dafür. Er ist eben der aggressiv männliche Märtyrer-Typ. Das ist genetisch verankert und kollidiert natürlich mit dem konfliktscheuen mitteleuropäischen Hasenfuss-Typ. Ein friedliches Zusammenleben ist also rassengenetisch völlig ausgeschlossen.“
Horst Seehofer: „Angela Merkel muss endlich einsehen, dass es keinen Sinn hat, weiterhin unkontrollierte Wellen, Ströme, ja Fluten möchte ich beinahe sagen, von menschlichem ähm äh Abraum äh ich meine äh Abschaum nein. Also so viele Menschen ins Land zu lassen. Die Balkanroute muss abgeschnitten werden und auch über den Bau eines Jägerzaunes um Bayern wird ernsthaft nachgedacht.“
Markus Söder: „Ja genau! Unter Franz-Josef Strauss wäre sowas nicht passiert!“
Lutz Bachmann: „Je suis [Insertion de nom de la cité]!“
Thomas de Maizière später am Tag: „Es waren mit Sicherheit Flüchtlinge unter den Tätern.“
Bild: „Horroranschlag in [Hier Name der Stadt einsetzen]! Hunderte Unschuldige vom Islam zerfetzt!“
Bild-Online: „Horroranschlag in [Hier Name der Stadt einsetzen]! Hier exklusiv: Die blutigen Armstümpfe des mutigen Kioskangestellten! Fotostrecke (23 Bilder)“
Focus-Online:
„Hein Frater (84), Geheimdienstexperte aus Büsum mit überraschenden Erkenntnissen zu den Verwicklungen der Geheimdienste. Klicken Sie hier!“

Tag 2

Angela Merkel: „Ich glaube trotzdem, dass wir mit dem Türkei-Abkommen auf dem richtigen Weg sind, denn dann sprengen die sich wenigstens nur in Istanbul in die Luft und kommen gar nicht erst bis hier her. Ich sehe das als deutliche Verbesserung an. Dieses Vorgehen ist alternativlos und mit unseren europäischen Freunden abgestimmt.“
Thomas de Maizière: „Ich kann Ihnen leider nicht sagen woher ich diese Information habe. Unsere Methoden der Informationserfin…äh -beschaffung würde Sie nur verunsichern.“
Sigmar Gabriel: „Nein, ich kann keinen Zusammenhang zwischen Waffenlieferungen in den Nahen Osten und der zunehmenden Gewalt erkennen. Da regt mich doch schon die Frage auf! Wie kommen Sie überhaupt dazu so eine Frage zu stellen?!“
Frauke Petry: „Nein nein, ich habe das so nicht gesagt! Ich habe lediglich festgestellt, dass es gefährlich sei Flüchtlinge in unser Land zu lassen, weil die uns alle in die Luft sprengen und ihrer Tochter den Kopf abschneiden. Sie dagegen faseln was von Kopf abschneiden und in die Luft sprengen. Das haben sie völlig falsch dargestellt um die AfD in Misskredit zu bringen. Sind sie Journalist oder Politaktivist? Können sie das überhaupt noch auseinanderhalten?“
Beatrix von Storch: „“KNALLT SIE ALLE AB!!!1!11!!!!“
Horst Seehofer: „Fluten! Ich sage Ihnen es rollen Fluten von Menschen auf uns zu, die ja gar nicht richtig sozialisiert und sich gar nicht integrieren wollen. Die trinken ja nicht mal Weißbier!“
Bernd Höcke: „Die können sich auch gar nicht integrieren! Die sind mit Genen durchsetzt, die eine Integration quasi unmöglich machen und sie dazu zwingen unsere Töchter zu verführen und zu vergewaltigen. Die können quasi gar nicht anders, denn der Mitteleuropäer hat seine Männlichkeit verloren!“
Lutz Bachmann: „Liebe Freunde, wenn man jeden Tag Tausende von Untermenschen in unser schönes Deutschland lässt, darf man sich nicht wundern, wenn hier vielleicht auch bald sowas passiert. Daher fordere ich euch auf: Wehrt euch! Deutsche steht auf und spitzt die Mistgabeln, holt Opas Fackel aus dem Keller und nächste Woche marschieren wir 88 Mal um die Semperoper! Vergesst die braunen Hemden nicht als Zeichen der Solidarität mit der Bewegung!“
Thomas de Maizière später am Tag: „Es waren wahrscheinlich Flüchtlinge unter den Tätern. Auf jeden Fall werden sämtliche Fußballspiele des Wochenendes unter erhöhten Sicherheitsvorkehrungen stattfinden, da wir durch Hinweise von unseren amerikanischen Freunden mit Sicherheit wissen, dass die Gefährdungslage… Was? Nein, konkrete Hinweise haben wir nicht, aber das heißt ja nicht, dass nichts passieren muss.“
Bild: „Blutbad von [Hier Name der Stadt einsetzen]: Hatte der Täter nur einen Hoden?“
Bild-Online: „Blutbad von [Hier Name der Stadt einsetzen]! Keine Abgeordneten unter den Toten!“
Focus-Online: „Als Martha M. an diesem ganz normalen Tag zur Arbeit ging, ahnte sie nicht was dann Aufregendes passieren würde. Klicken Sie hier!“

Tag 3

Angela Merkel: „Ich habe großes Vertrauen darin, dass die Türkei, allen voran Erdogan selbst, unter größtmöglicher Beachtung der Menschenrechte vorgehen wird. Die Türkei hat in der Vergangenheit mehrfach gezeigt, dass sie stets bemüht ist, zu versuchen die Mindestanforderungen der internationalen Gemeinschaft in puncto Presse- und Meinungsfreiheit, sowie des Umgangs mit Minderheiten, zumindest auf dem Papier nicht komplett zu verpassen.“
Thomas de Maizière: „Es liegen uns derzeit Hinweise vor, dass eventuell Flüchtlinge unter den Tätern waren. Wir schlagen daher vor, die laufende Bundesligasaison und alle Jahrmärkte bis auf Weiteres abzusagen.“
Sigmar Gabriel: „Also wenn wir TTIP schon hätten wäre das alles nicht passiert. Aber da es unter euch Pressefuzzis ja von Zweiflern und Nörglern nur so wimmelt, muss man sich nicht wundern, dass die Bevölkerung die Segnungen dieser Errungenschaft menschlichen Geistes nicht sehen will.“
Frauke Petry: „Nein Interviews nur noch mit dem russischen Staatsfernsehen. Die respektieren noch die Meinungsfreiheit und haken nicht nach oder stellen kritische Fragen, so wie die linksgrünversiffte Systempresse der Regierungsschergen. Nein Putins Einladung zur Homosexuellenjagd in Sibirien musste ich leider aus Termingründen ablehnen, da ich mich um meine Kinder kümmern muss.“
Beatrix von Storch: „Also mein Hund ist betrunken auf einer Torte ausgerutscht und auf die Tastatur gefallen. Ja, zwei Mal. Anders kann ich mir das auch nicht erklären! Ich würde niemals dafür plädieren ‚alle abzuknallen‘. Ich meinte nur Frauen und Kinder. Die Männer werden zusammen mit den anderen Arbeitslosen zum Arbeitsdienst im Uranbergbau und der Reinigung von Atomreaktoren eingesetzt. Du Frauke, wenn du nichts dagegen hast, würde ich den Termin bei Putin gern wahrnehmen.“
Bernd Höcke: „Noch in tausend Jahren werden wir uns mit der genetischen Hinterlassenschaft dieser Parasiten rumärgern müssen! Tausend Jahre verunreinigtes Deutschland! Da hilft nur KRRIEG! DAUSEND JAAHRRE TOTALER KRRIEG!!! WOLLT IHR DEN DODALEN KRRIEG DAMIT IHRR ENDLICH EURRE EIERR WIEDERFINDET?!?!?!“
Horst Seehofer: „Nein Angela Merkel und ich, wir ziehen an einem Strang. Ich kann da keine Differenzen erkennen. Wir haben uns total lieb!“
Markus Söder (mit zitternder Unterlippe): „Ja aber Horst… ich dachte… Du hast mir sogar gesagt ich dürfte dich Franz-Josef nennen wenn wir unter uns sind?!“
Lutz Bachmann via Twitter: „Ich wurde schon wieder wegen Volksverhetzung angezeigt. Scheiß Gesinnungsjustiz! Merkel muss weg!“
Thomas de Maizière später am Tag: „Ich verwahre mich gegen einen Generalverdacht gegen Flüchtlinge! Wir wissen mit Sicherheit, dass keine Flüchtlinge unter den Tätern waren und es ist unerträglich wie Parteien am rechten Rand von ‚Wellen‘, ‚Strömen‘ und ‚Fluten‘ sprechen und versuchen damit Stimmung gegen die Schwächsten der Gesellschaft zu machen. Eine solche Art der Argumentation wird von der Bundesregierung geschlossen abgelehnt.
Aber zurück zum Thema: Die Ausgangssperre für Flüchtlinge tritt heute Abend um 22:00 Uhr in Kraft, zusammen mit der vom Kabinett beschlossenen Speicherung sämtlicher Telefongespräche, der Aufhebung des Briefgeheimnisses und der flächendeckenden Sondierung des Internetverkehrs aller Einwohner der Bundesrepublik. Es wurde in diesem Zusammenhang von der Opposition von einer ‚Totalüberwachung‘ gesprochen. Das möchte ich so nicht stehen lassen. Dieses Programm, das ausschließlich der Sicherheit der Bürgerinnen und Bürger gilt wird noch heute als §19 Absatz 84 der Notstandsgesetze verabschiedet werden. Damit möchten wir sicherstellen, dass so etwas wie in… wo war das nochmal?… Ach ja [Hier Name der Stadt einsetzen] nicht auch bei uns passiert und womöglich Nationalspieler verletzt werden.“
Bild: „Prominente bekennen: Ich habe nichts zu verbergen!“
Bild-Online: „Naddels schockierende Beichte: Wäre ich nach [Hier Name der Stadt einsetzen] geflogen, wäre ich vermutlich tot!“
Focus Online: „Als die Polizisten die Wohnung der Terroristen stürmten, waren sie nicht auf diesen Anblick gefasst! Klicken Sie hier!“

 

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Warum es plötzlich so scheißkalt ist in Deutschland…

Von einem Tag auf den anderen fiese Minusgrade und keinem fällt auf, dass da was nicht stimmt. Ich kann euch sagen woher das kommt:
Das waren die Flüchtlinge. Die haben nämlich gar keine Handys – in Wirklichkeit sind das internetfähige Mini-Tachyonengeneratoren. Damit üben sie so starke Anziehung auf die Erdachse aus, dass der Nordpol Richtung Dresden wandert. Das Ganze passiert im Auftrag jüdischer Illuminaten-Bankiersfamilien in den USA als Rache für den Holocaust. Die haben erst ISIS gegründet um die Flüchtlinge nach Europa zu scheuchen und dann jedem Flüchtling einen Tachyonengenerator in die Hand gedrückt um ihren perfiden Plan auszuführen. Das können die aber auch nur, weil sie in Wirklichkeit Echsenmenschen sind und daher über die Technologie verfügen. Hat natürlich ein Schweinegeld gekostet. Das haben sie durch Gewinnentnahmen aus der BRD GmbH finanziert. Das deutsche Volk hat also seine eigene Ausrottung finanziert. Gennau wie mit den Chemtrails. Die pusten das Gift schon lange nicht mehr über Flugzeuge in die Luft. Das ist viel zu teuer! Stattdessen wird eine hohe Giftdosis in jeden Silvesterböller gemischt und damit bezahlen die Leute auch noch dafür sich vergiften, sterilisieren und kontrollieren zu lassen. Das Chemtrail-Programm finanziert sich quasi selbst und der Gewinnn wird in weitere Tachyonengeneratoren investiert.
Weiss ich genau! hat mir der kleine Bruder der Frau von der Oma von einem der entlassenen Chemtrail-Piloten erzählt. Der war übrigens auch Kameramann bei den Aufnahmen der sogenannten „Mondlandung“ – also der Bruder von der Oma.

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Gedanken zu Paris

Ich werde nicht für die Opfer von Baghdad, Beirut und Paris beten.

Ich bin der Überzeugung, dass angesichts der Taten von Menschen, die mit dem Namen ihres Gottes auf den Lippen töten und sterben, beten die Hohlste aller möglichen Gesten ist.

Natürlich haben die Opfer und ihre Hinterbliebenen mein Mitgefühl. Im Augenblick sogar so viel davon, dass ich vor lauter hilfloser Wut nicht weiss wohin mit mir. Zugegeben, von den Anschlägen in Baghdad und Beirut hatte ich vorher auch nichts mitbekommen und ich ertappe mich bei dem Gedanken, wie verlogen ich mir vorkomme, weil mir die tägliche Gewalt im Nahen Osten inzwischen total normal vorkommt und nichts besonderes mehr darstellt. Kaum passiert sowas in Europa sind wir (mich eingeschlossen) alle total aus dem Häuschen und überschlagen uns mit leerem Symbolismus um unsere Anteilnahme zur Schau zu stellen. Aber was soll man sonst tun?!
Andererseits sind die Körper der Opfer noch nicht kalt, da werden sie auch schon instrumentalisiert und Reichs-, Besorgtbürger und Wahnwichtel seufzen glückselig hinter fadenscheiniger Anteilnahme ein kollektives „Wir hams euch ja gesagt!“.

Das macht mir Angst! Ich habe nach wie vor keine Angst von Islamisten in die Luft gesprengt zu werden. Ich habe Angst, dass jetzt wieder jeder Mensch, dessen Äußeres auch nur ansatzweise danach aussieht, als könnte er/sie muslimischen Glaubens sein, dafür büßen muss. Ich habe Angst davor, dass die Hilfsbereitschaft gegenüber den Flüchtlingen nachlässt. Ich habe Angst davor, wie viele Idioten am Montag vor der Semperoper auflaufen um Lutz Bachmann und seinen Schergen ihre Profilneurose zu erleichtern. Ich habe Angst davor, dass alle Angst haben. Angst ist ein beschissener Ratgeber.

Ich bin lieber wütend! Das hilft mir zwar auch nicht, aber zumindest gibt es mir die Energie weiter zu machen und weiter mit jedem/r zu diskutieren, dem/r die Angst das Hirn vernebelt und dazu bringt, die einfachste Grundregel menschlichen Zusammenlebens zu vergessen: Wir sind alle Menschen!
Jeder der diese einfache Aussage zur Grundlage seines Denkens und Handelns macht, muss sich sowohl gegen Terroristen, als auch Rassisten zur Wehr setzen, denn die Logik dahinter ist die gleiche.

Jetzt werde ich auf den Kiez fahren, mich betrinken, mich freuen, das sich Menschen aller möglichen Geschlechter, Nationalitäten, Religionen und Hautfarben küssen, miteinander tanzen. Und ich werde lauten satanischen Rock’n’Roll spielen und ich werde definitiv die Eagles of Death Metal auflegen!

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Gutmensch? Ich?! Vielleicht…

Heute durfte ich mich mal wieder als „Gutmensch“ beschimpfen lassen, weil ich es gewagt habe, einem offensichtlich völlig gefühllosen Vollidioten zu empfehlen, dass er sich doch bitte mal mit den Flüchtlingen in seiner Nachbarschaft unterhalten möge, bevor er sie zynischerweise als „Experten für Besitzumverteilung aus Afrika und Jugoslawien“ bezeichnet und eine „endgültige Lösung“ fordert.
Oh Mann! Das hat gesessen! Ins Mark hat es mich getroffen! Also jetzt mehr der Satz mit der „endgültigen Lösung“, denn das kommt mir irgendwie bekannt vor und löst ganz üble Assoziationen aus. Aber auch der „Gutmensch“ ist nicht spurlos an mir vorbei gegangen!

Allerdings weniger, weil ich es als die Beleidigung empfinde, als die es gemeint war, sondern weil mich ein solches Kompliment – wenn auch ein ungewolltes – ganz schön unter Druck setzt! Ich tue viel zu wenig! Ja ich äußere meine Meinung, dass Menschen nun eben Menschen sind, und als solche so lange fair und respektvoll zu behandeln sind, solange sie mich und andere ebenfalls fair und respektvoll behandeln. Viel mehr Regeln im Umgang mit anderen Menschen braucht es nicht. Ich versuche bei jedem Menschen die Gründe seines Handelns nachzuvollziehen. Warum flieht der Eine aus seiner Heimat? Warum hasst ihn der Andere dafür, obwohl er vergleichsweise im gemachten Nest sitzt? Es reicht nicht den Einen zu idealisieren und den Anderen zum Idioten zu erklären.

Warum ist der Idiot ein Idiot? Was und wer hat ihn dazu gemacht? Das Leben? Die Gesellschaft? Falsche Freunde? Himmelschreiende Dummheit? Kein Mensch wird als Arschloch geboren, das glaube ich mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit zu wissen. Nun scheint es aber so zu sein, dass das Land, in dem wir rein zufällig geboren sind (nicht unsere Leistung), ein großes Potential hat, Arschlöcher hervorzubringen, die eben genau das als Auszeichnung und Leistung ansehen. Warum ist das so? Weil sie, wie Farin Urlaub konstatiert hat, nichts (geleistet) haben auf das sie stolz sein können? Das mag sein – ich halte es sogar für eine ziemlich wahrscheinliche Erklärung. Aber auch hier die Frage: Warum ist das so? Hatten sie nie eine Chance? Ist das nicht das Kernproblem? Wir haben einen Haufen Leute in diesem Land, die von der restlichen Gesellschaft abgehängt wurden. Sie haben ein – wie kann man es am besten ausdrücken? – schwieriges Verhältnis zu Bildung und sind daher nicht in der Lage über den Tellerrand hinaus zu blicken. Bei jeder Argumentation, die über reines schwarz-weiss-Denken hinaus geht, kann man in Gedanken schwere Schotten mit metallenem Klang hinter den Augen zuknallen hören, da sie offensichtlich nicht in der Lage sind einer logischen Kette mit mehr als zwei Schritten zu folgen. Also wird alles was man nicht kennt, nach steinzeitlicher Manier zunächst als Bedrohung empfunden und in der selben Art behandelt: Keule auf den Kopf, bis es nicht mehr zappelt. Es folgen die krudesten Gedankenketten mit so bemerkenswerten Ergebnissen wie z.B.:

„Die Antifa, das sind die eigentlichen Nazis!“
„Ich bin kein Nazi, sondern Nationalsozialist!“
„Die Nazis damals waren gar nicht gegen Ausländer – das kann man nicht vergleichen!“
„Ich bin ja kein Rassist, aber…“
„Ich bin kein Rassist, sondern Asylkritiker!“
„…, das wird man jawohl noch sagen dürfen!“
„Wir müssen die Sorgen und Ängste dieser Menschen ernst nehmen!“ (Letzteres natürlich nicht auf die Flüchtlinge bezogen, sondern auf die Idioten)

usw. usf… Dummheit als Lebensinhalt und jeder, der nicht so dumm ist und ähnlich dumpf argumentiert, wird mit Mißtrauen und Argwohn – wenn nicht gar Feindseligkeit betrachtet.

Aber war da nicht was? Haben da nicht mal ein paar Leute eine andere Idee gehabt?

„Aufklärung ist der Ausgang des Menschen aus seiner selbstverschuldeten Unmündigkeit. Unmündigkeit ist das Unvermögen, sich seines Verstandes ohne Leitung eines anderen zu bedienen. Selbstverschuldet ist diese Unmündigkeit, wenn die Ursache derselben nicht am Mangel des Verstandes, sondern der Entschließung und des Mutes liegt, sich seiner ohne Leitung eines anderen zu bedienen.“ Immanuel Kant, 1784

Interessiert heute leider keinen mehr. Lieber glauben die Leute die einfachen „Wahrheiten“, die ihnen von Leuten präseniert werden, die eine ganz eigene Agenda haben. Flüchtlinge bekommen 4300 Euro im Monat, Antifa-Demonstranten werden vom Staat bezahlt, jeder Flüchtling bekommt kostenlos ein Smartphone und Markenklamotten gestellt und ohnehin kommen die ohnehin alle nur her um Deutsche zu verprügeln, Frauen zu vergewaltigen und die Scharia einzuführen. Jegliche Publikation, die auch nur ein bißchen differenzierter argumentiert wird als Lügenpresse abgetan. Wie kann so eine unfassbare Mischung von Gutgläubigkeit und Mißtrauen zustande kommen? Dummheit allein ist es nicht, sondern mangelnde Bildung!

Jegliche Bildung, die nicht wirtschaftlich verwertbar ist und im Pisa-Test abgefragt wird, ist für überflüssig erklärt worden. Kritische Geister sind unerwünscht, da sie merken könnten, dass es nicht die Flüchtlinge sind, die Ihnen das Leben schwer machen und sich an die wahren Verantwortlichen wenden könnten. Und dann wird betreten weggeguckt, wenn man Menschen, die ohnehin nichts als ihr nacktes Leben retten konnten, nach eben diesem trachtet und ihnen ihre Unterkünfte über dem Kopf anzündet.

Ach das führt schon wieder zu weit… Das verstehen die Betroffenen doch schon wieder gar nicht, weil es viel zu kompliziert gedacht ist. Ich verstehe zwar die Gründe, die zu all dem Mist geführt haben, aber das hindert mich nicht daran das Ergebnis trotzdem Scheisse zu finden.

Hmm, okay… versuchen wir es mal so:

Ich ein Gutmensch? Ich versuche es, aber du bist offensichtlich lieber ein Arschloch!
Also halt deine verdammte Fresse und verpiss dich mit deinem rassistischen Scheiß in das dunkle Loch aus dem du gekrochen bist, wenn du nicht gewillt bist dein Gehirn zu benutzen!!!

 

 

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Was haben wir dieses Wochenende gelernt?

  1. Zum Glück ist dein arroganter Gesichtsausdruck nur aufgemalt.
  2. Der überfüllte graue Kinderturnbeutel, den du dir auf den Rücken geschnallt hast, sieht aus wie Haggis frisch aus dem Kessel gezogen. Riecht auch so!
  3. Wenn „Red Flag“ von Billy Talent schon Musik für „ältere Semester“ sein soll, was bin ich dann? Methusalem?!
  4. Die Schubkarren von dem offenen Pritschenwagen, den du unvorsichtigerweise übers Wochenende am Hamburger Berg geparkt hattest, findest du in der Seilerstraße und in der Simon-v.-Utrecht. Wo dein Ersatzreifen ist kann ich dir auch nicht sagen, aber ich vermute den haben ein paar erlebnisorientierte Jugendliche ebenfalls mit zum Spielen genommen.
  5. Wenn du über dem Kopf klatschend die Musik bejubeln willst, ist das ja sehr nett von dir, aber trink doch vorher mal ein bißchen was von deiner Bierflasche ab.
  6. Na toll, du hast eine magere 18jährige gefunden, die so verzweifelt deine Anerkennung und Liebe sucht, dass sie mit dir mangelhaft bekleidet auf dem Kiez rumieht, in Schuhen die vermutlich sogar im Liegen weh tun. Aber spätestens als dein Kumpel ihr an die Brüste gegriffen hat, wäre das deine Chance gewesen zu beweisen, dass du kein totales Arschloch bist. Na ja, nächstes Mal… vielleicht…
  7. Du findest „Hippies hate Water“ allen Ernstes diskriminierend?! Gut dass du kein Spanisch kannst! Bei Molotovs „Puto“ hättest du vermutlich einen Nervenzusammenbruch erlitten und wir hätten dann wieder den Papierkram an der Backe gehabt.
  8. Es ist ein Naturgesetz: Auf jeder Privatparty gibt es einen Möchtegern-Hobby-Party-DJ von gefühltem Weltformat, der natürlich alles besser machen würde, und überhaupt cooler, schlauer und belesener ist als grade anwesendes Personal, und darüber hinaus der allerallerbeste Freund der Gastgeberin. Wenn er dann meint, Michael Jackson sei die Lösung aller Probleme um die Tanzfläche vollzukriegen und Rage against the Machine für „billige Effekthascherei“ hält, ist der Zeitpunkt gekommen sich wirklich zusammenzureissen um den Abend nicht durch eine handgreifliche Verdeutlichung der eigenen Meinung platzen zu lassen.
  9. Selbiges gilt für die allerallerbeste Freundin der Gastgeberin, die jeden Song mittels lautstarkem Auf-den-Fingern-Pfeifen minutenlang begleitet. Wo sind nur die Türsteher wenn man sie braucht?!
  10. Wenn drei riesige Norweger in einem Hauseingang auf dem Kiez ein ohnehin schon winziges Mädchen durch Gequatsche über GangBangs und Analsex auf die Hälfte ihrer ursprünglichen Größe reduziert haben, ist das kein Spaß, sondern nichts anderes als sexuelle Gewalt! Verdammte Arschlöcher!!!
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